36th Historic Walk Bastogne 2013 - WWI World War Tours WWII

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36th Bastogne December Historic Walk 13-14-15. Dezember 2013

Am Wochenende des 13.-15. Dezember 2013 fand das alljährliche Event BASTOGNE NUTS in und rund um Bastogne statt. Diese Feierlichkeiten erinnern u.a. an die Verteidigung der durch die Wehrmacht eingekesselte Stadt Bastogne durch die Amerikaner. Bastogne war ein wichtiger Straßenknotenpunkt, den es einzunehmen galt. Im Dezember 1944 kommandierte der amerikanische General Anthony Clement McAuliffe als Brigadier General die 101. US-Luftlandedivision, da General Maxwell Taylor abwesend war. McAuliffe wurde in Bastogne vom 20. bis zum 27. Dezember von deutschen Truppen eingekesselt. Deutsche Offiziere schlugen McAuliffe am 22. Dezember 1944 vor, sich mit seinen Soldaten zu ergeben. Er gab mündlich und schriftlich an General Heinrich von Lüttwitz nur folgende Antwort: „Nuts“ (dt.: verrückt - diese Antwort wurde somit sehr populär). McAuliffe ergab sich nicht und konnte Bastogne halten, bis die Truppen unter General Patton zur Hilfe kam. Durch Pattons Hilfe und durch die Wetterbesserung konnten McAuliffe und seine Truppen aus Bastogne befreit werden. Dafür wurde ihm später die Distinguished Service Medal verliehen.

Im Rahmen des oben genannten Events fand am Samstag, dem 14. Dezember 2013 der sogenannte "Historical Walk" bzw. "Historic Walk" rund um Bastogne statt. Den zahlreichen Reenactment-Gruppen standen verschiedene Strecken von 7, 13 oder 23 km zur Verfügung, auf denen die damaligen Routen der verschiedenen Einheiten nachgegangen werden konnten. Mein Freund Volker Dederichs aus Würselen (D) schloss sich einer Gruppe der 82nd Airborne Division unter Eugene F. Bauer an und bewältigte den Marsch von 23km in voller Montur bzw. Ausrüstung.

Mein Freund Moby und ich waren an dem Tag ausserdem in den "Bastogne Barracks", auf der Parade in Bastogne sowie im Dorf Recogne, in dem die "Amerikaner" Stellung bezogen hatten. Fotos hiervon folgen in einer weiteren Rubrik. Hiernach zeige ich einige Bilder, die während des Marsches gemacht wurden, um euch dieses Unterfangen etwas näher zu bringen.

von links nach rechts: Eugene F. Bauer, Marco, Ingo (82nd Airborne) und Volker Dederichs (30th Inf. Div.-119th Inf. Reg.)

36ème marche du perimètre défensif de Bastogne - 36th Bastogne December Historic Walk

Erlebnissbericht meines Freundes Volker Dederichs, der zum ersten Mal an einem solchen Marsch teilnahm und das dann auch noch in Uniform mit Ausrüstung

Mein Name im richtigen Leben ist Volker, ich bin 38 Jahre und komme aus Würselen, einer kleinen Stadt bei Aachen, die im Oktober/November 1944 stark umkämpft war und wo der Kessel von Aachen geschlossen wurde. Alles fing damit an, dass ich mich dafür interessiert habe was in Würselen passiert. Mittlerweile halte ich Vorträge zur Kriegsgeschichte von Würselen (1944), ich übernahm zwei Patenschaften von GI’s, die in Würselen gefallen sind, fing an originale Ausrüstungsgegenstände der Amerikaner zu sammeln und lernte über Facebook Menschen kennen, die das Ganze nachstellen. Gleichzeitig erfuhr ich von einem Freund vom Historic Walk in Bastogne und schon war das Fieber geweckt. Als GI heiße ich Arlon L. Adams und stelle einen Soldaten der 30 Infantry Division - 119 Infantry Regiment dar. Diese Division kämpfte in Würselen und stoppte im Dezember 1944 die Leibstandarte Adolf Hitler und mit ihr Peiper bei Malmedy und La Gleize. Ich mache das Ganze nicht um Soldat zu spielen, ich möchte viel mehr die Geschichte lebendig halten und selber wissen, wie es sich anfühlt sich mit der Ausrüstung eines Soldaten im Jahr 1944 zu bewegen. Ich fuhr um 6:00 Uhr nach Bastogne in der Welt 2013 und versuchte mir vorzustellen, was in den Köpfen der Menschen im Jahr 1944 vorging… In Bastogne angekommen, stieg ich aus meinem Golf und zog meine Ausrüstung an. Schuhe, Gamaschen, die Baumwollhose und meine Jacke M41, alles wie im Jahr 1944. Es war kalt und so zog ich noch die Jacke M43 darüber, das werden auch die GI’s damals gemacht haben. Ich legte meine Ausrüstung an, alleine diese Ausrüstung wog bis zu 38 kg, das M1 Garand Gewehr (ein nicht schussfähiger Nachbau) wiegt gut 4 kg, zu guter letzt noch der Stahlhelm und ich wechselte vom Jahr 2013 ins Jahr 1944. Auf einem Campingplatz traf ich mich mit meinen Freunden, die dort die Nacht standesgemäß in einem Zelt verbrachten und wir tranken noch einen Kaffee, wonach es dann losging. Wie wird es sein, in der Ausrüstung 23 km zulaufen… Anhand der auf dieser Seite gezeigten Fotos können Sie sehen und feststellen, dass wir unterschiedlich gekleidet sind…  Meine drei Freunde stellen Soldaten der 82nd Airborne Division, also Fallschirmjäger dar und ich einen Soldaten der 30th Infantry Division. So können Sie schon ein wenig die Unterschiede in der Bekleidung und Ausrüstung sehen.

Wir gingen los und trafen nach kurzer Zeit auf weitere Freunde, die eine Stellung der 101 Airborne (Screaming Eagles) darstellten. Wir begrüßten unsere Freunde und es wurden viele Bilder von uns gemacht, denn es gehen auch viele in „Zivil" diese Marschroute. Die Strecken können wahlweise mit 7, 13 oder 23 km bewältigt werden.
Wir beschlossen die große Marschroute zu wählen, die komplett über die damaligen Schauplätze und Schlachtfelder führt. Mich erwartete noch eine kleine Überraschung von Eugene in der Form, dass ich auf dem historischen Boden von Bastogne zum Private First Class befördert wurde und Originalstreifen von 1944 erhielt. Nach einer Zigarette und der Verabschiedung von unseren Freunden ging es weiter, über die Felder von Bastogne. Man denkt darüber nach was hier 1944 war… bewegt sich in der Ausrüstung von 1944, da ist nichts atmungsaktiv usw. so wie wir es heute kennen. Die Baumwolle wird feucht und schwer, du hast gut 35 kg auf dem Rücken und am Körper und über deiner Schulter ist das Gewehr. Deine Füße in den Schuhen sind nicht gepolstert und weich wie 2013, nein du gehst wie 1944, gänzlich ohne Komfort! Wir gelangen an eine verfallene Scheune und machen Pause. Du bist froh die Sachen abzulegen, du fühlst dich leicht wie ein Vogel. Es wird Wasser heiß gemacht und Kaffee gekocht, natürlich auf die damalige Art und Weise. Wir sitzen auf unserem Stahlhelm und reden darüber, wie sich die Jungs 1944 wohl gefühlt haben. Nach einer Weile geht es weiter, die Ausrüstung anziehen, Stahlhelm aufziehen und noch ein paar Bilder gemacht. Dann geht es wieder los.

Wir sehen noch einige Stellungen an diesem Tag, es ist interessant, aber für mich ist es interessanter zu laufen und zu spüren, wie die Füße von Schritt zu Schritt mehr schmerzen, wie die Schultern unter der Last der Ausrüstung schmerzen, wie der Nacken sich dank des Gewichts des Stahlhelmes immer mehr verspannt und steif wird. Wir kommen in einen Wald. Auch hier wieder Soldaten, die Stellungen nachgebaut haben und dann ein Stück weiter, sehen wir noch die so genannten „Foxhols" von 1944 im Wald, jene Stellen, an denen sich die GI’s eingegraben haben im Wald. Der Wald war 1944 nicht so sicher wie heute, MG und Gewehrfeuer, Granaten schlugen ein und ein großes Übel waren die Baumkrepierer. Granaten schlugen dank Zeitzünder auf Höhe der Baumwipfel ein und ließen einen hölzernen Splitterregen auf die am Boden kauernden und Deckung suchenden Soldaten prasseln, die wiederum schreckliche Verwundungen erlitten. Wir gehen weiter und mein Fuß stößt gegen etwas in der Erde. Ich hebe es auf und es ist der Rest einer amerikanischen Gasmaske, etwas Schlauch und das metallene Atmungsstück, das ich als Erinnerungsstück einpacke. Es geht weiter, die Füße brennen und du gehst auf dem Seitenstreifen, damit die Füße gefedert sind. Bastogne kommt in Sicht und du weißt, dass du es bald geschafft hast und noch immer jede Menge Leute um dich herum. Du betrittst Bastogne 2013 aber du bewegst dich immer noch wie im Jahr 1944. Wir erreichen das Zelt und erstmals setzen wir uns wieder hin, ziehen die Schuhe aus, genießen einen heißen Kaffee und schlüpfen in die weichen Schuhe, die wir alle im Jahr 2013 kennen und gewohnt sind.

Die Beförderung zum Private First Class - PFC.
Es war ein Erlebnis und ich würde es wieder machen. Meine Freunde bleiben noch in Bastogne, ich fahre wieder nach Aachen. Auf der Fahrt gehen mir tausend Dinge durch den Kopf… Mein Tag als GI in Bastogne, ich werde ihn nicht vergessen!!!


An dieser Stelle DANKE an meinen Freund Volker DEDERICHS aus Würselen und Eugene F. Bauer, die mir diese Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben ;-)

 
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