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Remembrance/im Gedenken > Personen U-Z
Gedenken an Herrn Nikolaus VELZ aus AMEL (B)

Auf dieser Seite möchte ich Herrn Nikolaus VELZ gedenken, der in den Wirren des Zweiten Weltkrieges und unter Lebensgefahr Großartiges geleistet hat und als Folge sein ganzes Dorf mit Sicherheit vor einer Katastrophe bewahrt hat. Ihnen wird es sicherlich wie mir gehen – wer ist Nikolaus Velz? Nach einer Kontaktaufnahme seines Enkels Hubert Jates aus Amel ist mir vorgenannter Herr etwas besser bekannt und ich möchte Ihnen die überlieferten Informationen nicht vorenthalten, da Nikolaus Velz für sein damaliges Handeln ein besonderes Gedenken verdient.

Wer war Nikolaus Velz? Kurze Personenbeschreibung


Herr Velz wurde am 12. November 1876 in Mürringen geboren. Er verstarb in Amel am 28. April 1972 mit also über 95 Jahren. Seinen Militärdienst leistete er 1898-1900 bei den Preußen (vor 1920 bzw. dem Versailler Vertrag gehörten unsere Gemeinden ja noch zum Kaiserreich Deutschland) beim 5. Rheinischen Infanterieregiment in Mühlheim / Rhein ab. In der Zeit des Ersten Weltkrieges 1914-1918 diente er bei den ULANEN. Das Einsatzgebiet war lange Zeit Ost-Preußen, Schlesien und Pommern. Glücklicherweise überlebte Nikolaus Velz den schrecklichen Krieg, dem über 17 Millionen Menschenleben zum Opfer fielen. Nach dem Krieg kehrte er in sein Heimatdorf zurück und verdiente seinen Lebensunterhalt lange Zeit als Kutscher „auf Domäne“ in Bütgenbach (B). Diese Tätigkeit übte er auch vor dem Krieg aus. Nach einiger Zeit war er dann als Landwirt tätig.

Zur heldenhaften Handlung des Herrn Nikolaus Velz

Nachdem die Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie in Frankreich erfolgreich mit einer Armada von Schiffen und unter hohen Verlusten die Strände und die Bunkeranlagen der Deutschen Verteidiger nehmen konnten, wurden Brückenköpfe errichtet und die Versorgung der Truppen gesichert. Der Weg führte dann wie jedem bekannt sein dürfte durch Frankreich hindurch nach Belgien in Richtung Reichsgrenze. Verschiedene Einheiten der Amerikaner und Alliierten wurden in sogenannte „Ruhestellungen“ in den belgischen Ardennen von der Front zurückverlegt. Zahlreiche Einzelschicksale haben sich im Zuge des Zweiten Weltkrieges 1940-1945 in Ostbelgien ereignet. Ganz besonders hart hat es die Eifelgemeinden während der sogenannten Ardennenoffensive getroffen. Die Leute in den Dörfern mussten unter widrigsten Bedingungen ihren Alltag gestalten. So galt es z.B. das Vieh zu versorgen und die Felder zu bestellen, damit die Nahrungsversorgung der Familie gesichert war. Dies in der Zeit der Offensive natürlich unter absoluter Lebensgefahr, denn zu jedem Zeitpunkt konnte eine Granate einschlagen oder die Bevölkerung in die Schusslinie geraten. Meistens wurden die Dörfer vor den Kämpfen evakuiert, doch einige Leute blieben fast immer zurück, um das lebenswichtige Vieh zu versorgen.

Am 12. September 1944 waren die Amerikaner nach kleinen Gefechten in Amel (siehe Bild oben links) eingerückt. Wegen der unsicheren Frontlage wurde die Bevölkerung am 9. Oktober 1944 nach Malmedy und weiter landeinwärts evakuiert. Nach und nach kehrten sie aber alle wieder heim. Am 16. Dezember 1944 verbreitete sich die Nachricht, dass die Deutschen wieder vorrücken. Keiner konnte damals damit rechnen, dass die deutschen Streitkräfte in solch einer Stärke ihre Kräfte bündeln konnte und zum Gegenschlag, die Ardennenoffensive, ausholt. Am 16. Dezember um 5.30 Uhr war es dann soweit und die Hölle brach über die Eifelgemeinden ein. Artillerie- und Granatbeschuss begannen, schwere Panzer und Infanteristen suchten sich ihren Weg durch die Ortschaften, Felder und Häuser. Vor allem jüngere Leute flüchteten, aus Angst zur Wehrmacht eingezogen zu werden. Unser Gebiet wurde somit zum unmittelbaren Kampfgebiet. Zivilpersonen kamen ums Leben oder wurden schwer verwundet, Häuser wurden durch Granaten oder durch Bomben zerstört. Einen Monat später waren die Amerikaner wieder soweit vorgerückt, dass u.a. Deidenberg, Schoppen und Eibertingen wieder in ihrer Gewalt waren bzw. in ihrer Hand waren. Allerdings lastete auf den Einwohnern von Amel eine bange Ungewissheit.

Herr Hubert Küches berichtet später stellvertretend für viele andere Zeugen über das riskante und ehrenhafte
Handeln von Nikolaus Velz und Rosa Freches. Der Beschuss auf das Dorf nahm stündlich zu. Alle Leute warteten in den Kellern auf den Einmarsch der Amerikaner. Am 25. Januar sah Herr Küches, wie in der Nähe seines Hauses eine Nebelgranate zerbarst. Lange, dichte Nebelschwaden breiteten sich an diesem Vormittag aus, und zuerst glaube er, dass es sich um einen Gasangriff handelt. Im Hause Heinrich Jates, wo sich das Postamt befand, hatten etwa 30 Personen im Keller Zuflucht gesucht. Es war ein massives Gebäude und schien dem anhaltenden Beschuss standzuhalten. Es mag so gegen 11 Uhr gewesen sein, als dann Nikolaus Velz aus Amel, damals ± 70 Jahre alt, in den vorerwähnten Keller kam. Velz war Kriegsteilenehmer 1914-1918. Die Bedrängnis, das unaufhörliche Feuer und die damit geschaffenen Verhältnisse hatten in ihm einen gewagten Entschluss reifen lassen.

Unten im Keller stellte er den Anwesenden die Frage, ob jemand bereit sei, mit ihm mit der weißen Fahne nach Eibertingen zu gehen. Unter den Anwesenden waren verschiedene, die sich bereit erklärten mitzugehen. Rosa Freches, damals 24 Jahr alt, hatte am 5. Januar 1945 ihr Elternhaus verloren und bat, auch mitgehen zu dürfen. Nikolaus Velz und Rosa Freches stiegen aus dem Keller und begaben sich auf die Straße mit einem weißen Stoffstreifen, den sie an einen Stock gebunden hatten. Für die beiden war es ein Gang auf Leben und Tod. Sie waren kaum 400m weit gegangen, als sie oberhalb des Friedhofes bereits auf einen amerikanischen Vorposten stießen, der sie aber auch weitergehen ließ. So gelangten die Ameler Parlamentäre bis zum Hause Lemaire in Eibertingen, wo ein Posten sie aufgriff und zur Kommandatur brachte. Dort wurden die beiden peinlichst genau verhört. Als sie den Amerikanern versicherten, dass keine Deutsche mehr in Amel seien, erklärte man ihnen, dass um 14 Uhr desselben Tages Amel mit einem Bombenteppich belegt werden sollte. Dieser Luftangriff hätte wohl noch vielen Einwohnern das Leben sowie das Hab und Gut gekostet. Gegen 14 Uhr stellten die, die in Amel in den Kellern hausten, eine völlige Waffenruhe fest. Es fiel kein Schuss mehr. Aus Sicherheitsgründen hatte man Nikolaus Velz und Rosa Freches in Eibertingen zurückgehalten. Erst am Abend gegen 20.30 Uhr trafen die ersten Amerikaner in Amel ein. Es ist nicht bekannt, dass bei der Einnahme des Dorfes ein einziger Schuss gefallen ist. Zu später Stunde, so gegen 22-22.30 Uhr, als Amel schon ganz von den Amerikanern besetzt war, kehrten die beiden Retter des Dorfes heim.

Wenn man auch versäumt hat, den beiden Rettern von Seiten der Behörden die dafür gebührende Ehrung zu erweisen, so möge ihnen doch die damals viele vor weiterer Not und Elend und vielleicht vor dem Tode bewahrt haben, unser aller Dank zum Ausdruck kommen.

Auf der Karte erkennt man die Orte Amel und Eibertingen sowie deren Umgebung
Quelle: Google Earth - zum Vergrößern einfach anklicken
Kurzinfo zu Amel

Amel - Lage: 470 m ü.N.N.

Geschichte: Amel, Knotenpunkt und Zentrum der Gemeinde Amel ist die älteste Siedlung der Ostkantone und wurde bereits 670 in einer Urkunde Childerichs 11 unter der Bezeichnung "Curtis Arnblava" erwähnt. Eine zweite geschichtliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 716, als Karl Martell Großvater des Frankenkönigs Karl der Große, mit seinen Austrasiern den König der Neustrieren Childerich besiegte. Der heilige Agilolphus soll im Jahre 752 den Märtyrertod in Amel gefunden haben. Agilolphus wurde 745 Nachfolger des Kölner Bischofs Bonifatius.

Die Kirche: Schon im 9. Jhdt. stand angeblich in Amel eine Kirche. Im 14. und 15. Jhdt. wurde eine neue Kirche erbaut, der 1541 ein Kirchturm beigefügt wurde. Die jetzige gotische Pfarrkirche entstand 1930-31 nach den Plänen des Architekten Cunibert aus Malmedy. Der alte Kirchturm wurde ihr einverleibt. 1970 erfolgte die Umgestaltung des Chorraums. Der heilige Hubertus wird als erster und der heilige Agilolphus als zweiter Schutzpatron der Pfarre verehrt. Links neben der Pfarrkirche steht das unter Denkmalschutz stehende "Marktkreuz" aus rotem Sandstein.

Das Wurzel- und Heimatmuseum ist in einem schmucken, aus dem 16. Jhdt. stammenden Gebäude, Alte Vikarie "und "Antoniushäuschen" genannt, untergebracht. Es beherbergt eine Sammlung Baumwurzeln, aus denen man allerlei Gestalten erkennen kann. Auch alte Fotos und Hausgeräte aus früherer Zeit sind dort ausgestellt. Öffnungszeiten : Juli -August: täglich, September -Juni : auf Anfrage - Info: Hotel Kreusch, Auf dem Kamp 179, 4770 Amel, Tel. 080 / 34 80 50.

Das Vereinsleben: Amel, als Gemeindezentrum, führt ein reges kulturelles und sportliches Vereinsleben. Jedes Jahr am 15. August veranstaltet der Werbe- und Kulturausschuß ein Sommerkonzert auf dem Kirchplatz. Der Jährliche Hubertusmarkt am 11. November zählt zu den großen Eifeler Herbstmärkten.

Das tourisitsche Angebot: Hinter der Pfarrkirche lädt ein gepflegter Spielplatz die Kinder zum Tummeln ein. Im "Bambusch" finden Sportler einen Trimmpfad. Vom Schützenhaus (am Fußballplatz) aus starten im Winter Langlaufskipisten von 5, 10 und 15 km. Dortselbst ist auch ein Skiverleih. Von Amel aus sind 8 Wanderwege ausgeschildert, die durch den Ommerscheiderwald und durch den Bambusch führen. Dazu gibt es die Wanderkarte des Verkehrsvereins der Gemeinde Amel.

Besondere Feste: Alle 4 Jahre (2007- 2011... ) veranstaltet der lokale Werbeausschuß am 4. Sonntag im Juli ein buntes Sommerfest mit großem, folkloristischen Umzug. Besonders alte Bräuche und alte Handwerke kommen dabei zur Geltung.

Kurzinfo zu Eibertingen

Eibertingen - Lage: 500 m ü.N.N.

Diese sehr kleine landwirtschaftlich geprägte Ortschaft bildet mit Amel eine Einheit (gemeinsames Pfarr- und Vereinsleben, gemeinsame Schule).

Sehenswert ist in Eibertingen die kleine Kapelle, ein altes Kirchlein, wie man sie nur noch selten findet.

Text- und Bildquellen:
- Foto & Lebenslauf von Nikolaus Velz : Herr Hubert JATES aus Amel, Enkel von Nikolaus Velz (vielen Dank für die Zusammenarbeit!)
- Fotos & Text zu Amel und Eibertingen: www.amel.be - mit freundlicher Genehmigung des Gemeindekollegiums der Gemeinde Amel
- Text zum heldenhaften Handeln von Nikolaus Velz: Buch "Zwischen Ommerscheid und Wolfsbusch", Hof und Pfarre Amel im Wandel der Zeiten, Aktuell Verlag, Herausgeber Werbeausschuß 4770 Amel

Erläuterungen des Begriffes ULANEN

Als Ulanen bezeichnet man mit Lanzen bewaffnete Gattung der Kavallerie. Neben der Lanze trugen die Ulanen Säbel. Daneben führten insbesondere ihre Offiziere auch Pistolen. Offiziere und Trompeter trugen in der Regel keine Lanzen. Später kamen in vielen Ländern Karabiner hinzu. Das Wort „Ulanen“ ist vom türkischen Wort „oğlan“ (Bedeutung: junger Mann) abgeleitet. Eine andere Erklärung lautet, dass das Wort „Ulanen“ von „Alanen“ komme. In Polen wird auch dargestellt, „oğlan“ komme aus der mongolischen Sprache und bedeute in etwa „tapferer Krieger“. Die Ulanka ist der Waffenrock der Ulanen. Sie hat einen Plastron mit zwei Knopfreihen. Der Name kann auch daher kommen, wird gesagt. Die Entstehung der Ulanen als Kavallerietyp wird auf die Traditionen der Mongolen und Lipka-Tataren zurückgeführt, die sich im Großfürstentum Litauen, also im späteren Osten der polnischen Adelsrepublik ab dem 14. Jahrhundert niederließen. Die ersten auch wirklich so benannten Ulanenregimenter waren im frühen 18. Jahrhundert in Polen anzutreffen.

Friedrich der Große übernahm 1741 Lanzenreiter in seine Kavallerie als Antwort auf die Erfolge von ungarischen Panduren und polnischen Reitern in sächsischen Diensten, deren Leistungsfähigkeit er im Österreichischen Erbfolgekrieg spüren musste. Mit gegnerischen Deserteuren (unter ihnen Bosnier und Kosaken) und Angehörigen des niedrigen polnischen Adels wurden Schwadronen leichter Kavallerie gebildet, die mit langen Lanzen bewaffnet als Späh- und Stoßtrupps gegen den Feind eingesetzt wurden. Ganz der Mode dieser Zeit gemäß wurden die Neuankömmlinge in exotischen Kostümen mit Turbanen, Kaftans und weiten türkischen Hosen uniformiert. Dieses mehrfach umgegliederte Bosniaken-Korps wurde 1800 in Towarzysz-Regiment umbenannt. Nach der Katastrophe von 1806/07 wurden aus seinen Resten die ersten beiden Ulanenregimenter gebildet, die jedoch zur schweren Kavallerie gezählt wurden und deren Zahl bis 1914 auf 16 Linien- (z.B. Nr. 9) und drei Garde-Regimenter anwuchs. Im Jahre 1884 ergänzte man die Lanzen durch Karabiner als neuer Hauptbewaffnung. Die Lanze selbst blieb jedoch noch weiter im Gebrauch und wurde um 1890 sogar allen deutschen Kavallerieregimentern zugeteilt.
(Text- und Bildquelle: Wikipedia)

 
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