Eupen Mai 1940 - WWI World War Tours WWII

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Heimatgeschichte
10. Mai 1940 - Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Eupen

Eupen Mai 1940 - Genau auf den Tag sind nun 70 Jahre vergangen, seit dem die deutsche Wehrmacht am 10. Mai 1940 in das neutrale Belgien einmarschiert ist und u.a. über die Bahngleise der Vennbahn von Roetgen (D) nach Raeren (B) oder über die Monschauer Straße kommend in meine Heimatstadt EUPEN gelangt ist. Die Bewohner der Grenzgebiete wurden durch starke Truppenbewegungen, Geschützdonner und Flugzeuglärm in den frühen Morgenstunden (± 5.00 Uhr) geweckt. Die Grenzschutzbeamten fuhren zügig über die Landstraßen in Richtung Eupen. Die erste Phase des Westfeldzuges (Fall GELB) hatte begonnen. Errichtete Straßensperren wurden einfach geräumt, Brückensprengungen wurden unter anderem durch zur deutschen Wehrmacht übergelaufene Soldaten der belgischen Armee vereitelt und Kämpfer der "Heimattreuen Front" zeigten den Invasoren den Weg bzw. halfen tatkräftig mit, den Einmarsch so schnell wie möglich voranzutreiben.

Zu den deutschen Wehrmachtsverbänden, die in Eupen einzogen gehörten auch Kavallerie-Einheiten, die mit vollständiger Kriegsausrüstung das Stadtzentrum über die Neustraße in Richtung Unterstadt durchquerten

Die Hammerbrücke in Hergenrath konnte allerdings in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 1940 von 8 Soldaten der 3. Kompanie des 1. Front-Radfahrer-Regimentes unter dem Kommando des Leutnants Jos. PIROTTE vom 23. Pionier-Regiment gesprengt werden, wobei tragischerweise die gesamte Wachmannschaft bis auf Marcel Renard und sein Kamerad Chavée mit dem Leben bezahlt haben. Eine Gedenkplatte an einem der Pfeiler der Brücke erinnert an die damaligen Geschehnisse. In Eupen, wie auch in vielen anderen Städten und Gemeinden der neubelgischen Kantone Eupen-Malmedy-St. Vith, wurden die deutschen Soldaten herzlich und mit Hitlergruß willkommen geheißen. Die an den Straßen stehenden Leute reichten den Soldaten Getränke zur Erfrischung und ließen ihrer Freude über die sogenannte "Befreiung" und "Heimkehr ins Reich" freien Lauf. Bereits um 14.00 Uhr wurde am Eupener Rathaus die Hakenkreuzfahne gehisst, die später durch die Reichskriegsflagge ersetzt wurde. Ergänzt wurde der neue "Schmuck" des Rathauses durch ein großes Banner "WILLKOMMEN" und dann später mit dem folgenden Vermerk: FÜHRER WIR DANKEN DIR. Insbesondere die hiesigen Gruppierungen wie die Heimattreue Front oder aber die Eupener "Segelflieger" haben diesem Tag entgegengefiebert. Eines der ersten Opfer dieses düsteren Kapitels in unserer Region dürfte Joseph Kerres gewesen sein, der sogenannte "Blutzeuge Eupen-Malmedy über den Sie in einer einzelnen Rubrik meiner Webseite mehr erfahren können.  Andererseits gab es natürlich auch einen Teil der Bevölkerung, der insbesondere die Kriegsangst verspürte und ein anderer Teil, der immer noch pro-belgisch eingestellt war und sich lieber im Hintergrund hielt.



Meine Oma hat mir oft davon erzählt, dass so manch ein Eupener Bürger plötzlich Besuch von der Gestapo bekam, nachdem man kurz einen Plausch mit dem Nachbarn über den Einmarsch der deutschen Truppen in Eupen und die neuen Herren sowie deren politische Gesinnung gehalten hatte. Negative Äußerungen oder Misstrauen gegenüber der des Regimes hielt man damals besser für sich, denn überall bestand auf Grund der zahlreichen Sympathisanten des "neuen Regierung" Gefahr verhört oder gar inhaftiert zu werden. Gegnern der bevorstehenden Annexion Eupen-Malmedys und des nationalsozialistischen Regimes blieb in jenen Tagen wohl nur die Flucht oder die stille Opposition. Zahlreiche pro-belgische Familien verließen vor dem Einmarsch die Stadt, um sich in das Hinterland Belgiens zurückzuziehen. Leider sind dennoch einige Probelgier und Juden den deutschen Schutzstaffelmännern in die Hände gefallen, die dann in "Schutzhaft" genommen wurden. Auch hierbei halfen z.B. die Segelflieger mit.

Am 18. Mai 1940, nur acht Tage nach der militärischen Besetzung und noch vor der Kapitulation der belgischen Armee am 28. Mai 1940, erfolgte durch Führererlass die Annexion Eupen-Malmedys. Ich habe mich lange gefragt wieso es in den neubelgischen Kantonen Eupen-Malmedy-St.Vith eigentlich so viele Leute gab, die die eigentlichen Invasoren als Belgier so herzlich begrüßt haben. Nach einigen Recherchen wurde mir allerdings klar, dass meine Heimat ja eigentlich bis zum Ende Ersten Weltkrieges deutsches Territorium war. Durch den  Versailler Vertrag wurden die Gebiete im Osten Belgiens (Ostbelgien) im Jahre 1920 vom Deutschen Reich abgetrennt, wodurch die zum Großteil deutschsprachige Bevölkerung damit zu belgischen Staatsbürgern (Neubelgier) wurde. Hiervon betroffen waren die Gebiete um Eupen, Malmedy, Sankt Vith und Kelmis (Neutral-Moresnet). Somit war der Einmarsch der deutschen Wehrmacht natürlich für einen Großteil unserer Eupener Bevölkerung die "Heimkehr ins Großdeutsche Vaterland". Eigens hierfür angefertigte Briefmarken zeugen ebenfalls hiervon, indem sie vorgenannten Spruch aufgedruckt bekamen.

jubelnde Menge in Erwartung des Einmarsches vor dem Rathaus
Bildnachweis: Zwischen Hammer und Amboß - Eupen, Malmedy, St. Vith und die "zehn Gemeinden" von 1939-1945, Verlag GEV
Einzug der Wehrmacht in Eupen über die Monschauer Straße, freundlich von den Eupener Bürgern begrüßt
Bildnachweis: Privatarchiv Leo Kever
neue Verhältnisse im Eupener Rathaus - Mai 1940
Bildnachweis: Zwischen Hammer und Amboß - Eupen, Malmedy, St. Vith und die "zehn Gemeinden" von 1939-1945, Verlag GEV

In den nächsten Tagen fand dann in Eupen auch sogenannte "Befreiungskundgebungen", u.a. auf dem Werthplatz und dem Stadion an der Judenstraße sowie Paraden durch die Straßen und am Eupener Rathaus vorbei statt, um die neue Ära gebührend zu feiern.

Bildnachweis: Zwischen Hammer und Amboß - Eupen, Malmedy, St. Vith und die "zehn Gemeinden" von 1939-1945, Verlag GEV
- zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken -

Der Großteil dieser Bilder wurde mir freundlicherweise von der LUPE V.o.G. zur Verfügung gestellt, DANKE an dieser Stelle in erster Linie an Herrn Havenith!
Um zur entsprechenden Webseite zu gelangen einfach auf die Bilddatei klicken oder HIER.

zusätzlicher Bildnachweis: Bildnachweis: Zwischen Hammer und Amboß - Eupen, Malmedy, St. Vith und die "zehn Gemeinden" von 1939-1945, Verlag GEV
Quelle der ersten beiden Bilder: http://www.kukukandergrenze.org
Quelle des Bildes "Führererlass": Die Rheinprovinz, amtliches Organ des Landeshauptmanns (Düsseldorf), 16. Jahrgang, Nr.6, Juni 1940

"Befreiungskundgebung" am 22. Mai 1940 im Eupener Stadion, an der u.a. Gauleiter Josef Grohé und Regierungspräsident Franz Vogelsang teilnahmen
Bildnachweis: Privatarchiv Leo Kever
Eine Eupenerin hält in ihren Memoiren Folgendes zum 10. Mai 1940 fest


Als besonders schmerzlich wurde es von den belgischen Patrioten aus den Neubelgischen Gebieten empfunden, dass am 10.05.1940 die Behörden, sich ohne die Bevölkerung zu warnen in Sicherheit brachten, wodurch zahlreiche Patrioten der Gestapo, die zeitgleich mit der Wehrmacht einrückte, schutzlos ausgeliefert wurden. Die Mitglieder der Heimattreuen Front sowie der Segelflug-Kameradschaft usw. stellten sich sofort als Hilfspolizei in den Dienst der Deutschen Wehrmacht und sorgten zugleich für die schon längst im Geheimen vorbereiteten Beflaggung der Stadt, wodurch ihr Einvernehmen mit den Deutschen klar erwiesen wurde. Vorher im Geheimen gegründete Jugendgruppen traten sofort nach dem Erscheinen der deutschen Wehrmacht als Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel zusammen. Der Segelflugverein übernahm den Sicherheitsdienst. Die bisher im Verborgenen arbeitenden Nazis traten jetzt öffentlich zu Tage und Verhaftungen waren an der Tagesordnung (Spießroutenlauf der Probelgier). Die Beflaggung der Häuser wurde sofort als Pflicht eingeführt. Wer keine Fahne hisste wurde sofort der Gestapo gemeldet und durch die exemplarisch bestraft. Im Augenblick des Einmarsches überzog sich das ganze Gebiet mit einem gut arbeitenden Spionagenetz.

Frauen, die bei der Partei als zuverlässig bekannt waren hatten den Auftrag, überall auf den Straßen und in den Geschäften zu horchen und jene, die eine Äußerung machten, die nicht im Sinne der NSDAP war, sofort zur Anzeige zu bringen. Diese Lauschangriffe wurden auch in Betrieben und in einigen Fällen innerhalb von Familien betrieben. Viele junge Männer wurden entlassen, mit dem Vermerk "politisch nicht einwandfrei". Männer, die unter dem Hinweis, dass sie dem belgischen König den Soldateneid geleistet haben und ihre Ausreise nach Belgien beantragen bzw. den Eintritt in die deutsche Wehrmacht verweigern, wurden sofort verhaftet und kamen nach einer Kurzausbildung sofort zum Fronteinsatz. Viele entzogen sich dem Militärdienst durch ihre Flucht nach Belgien, doch dieser Ausweg war auf Grund der mangelnden Sprachkenntnisse wiederum nur einem geringen Teil der Betroffenen möglich.

An dieser Stelle danke ich recht herzlich meinem Freund R. Opsommer, der mir diese Memoiren zur Verfügung gestellt hat.
Einmarsch der Deutschen Wehrmacht
 
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