GATHY Armand ARAMIS - WWI World War Tours WWII

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Remembrance/im Gedenken > Personen F-J
Armand GATHY - Mitglied der A.S. (armée secrète) - Deckname ARAMIS

Zwischen Medell und St. Vith befindet sich an der Hautpstraße ein Gedenkstein bzw. -kreuz für Armand Gathy, auch "ARAMIS" genannt, der am 29. November 1918 in Clavier (B) geboren wurde. Er war ein Mitglied der ARMEE SECRETE, der sogenannten Geheimarmee und wurde an dieser Stelle am 24. Januar 1945 bei der Ausführung einer Spezialmisson getötet.

Neben dem Aramis-Kreuz führt ein Weg zur Hardthöhe. Folgende Inschrift ist auf dem Kreuz angebracht:

ICI A ETE TUE LE 24 JANVIER 1945 EN MISSION SPECIALE ARMAND GATHY DIT - ARAMIS
PRIEZ POUR LUI  
ARMEE SECRETE
ICI REPOSE UN RESISTANT DE LA GUERRE 1940-1945
PASSANT SALUE... ET SOUVIENS-TOI


Hier wurde am 24. Januar 1945 bei einem Sonderauftrag Armand Gathy - genannt Aramis, getötet. Betet für ihn!
GEHEIMARMEE Hier ruht ein Widerständler des Krieges 1940-1945
Wanderer grüße... und gedenke seiner

Der einzige noch lebende Augenzeuge Herr Valère Stasse bezweifelt das auf dem Kreuz angegebene Todesdatum. Für ihn war es zu einem früheren Zeitpunkt. Zudem entspricht die Inschrift nicht den Begebenheiten, da Aramis in seiner Heimat Villers-le-Bouillet mit allen Ehren beerdigt wurde!

Aramis' letzter Auftrag von Kurt Fagnoul

Unweit von Hochkreuz, zwischen Medell und Amel, steht an der Hauptstraße ein steinernes Kreuz, das an einen belgischen Einzelkämpfer erinnert, der in der Ardennenoffensive hier sein junges Leben für sein Vaterland aufopferte. Aramis und sein Kamerad Valère Stasse hatten als belgische Widerstandskämpfer gemeinsam einen Auftrag der "Armée Secrète" hinter den deutschen Linien auszuführen. Valère Stasse ist schon einige Jahre als hoher Beamter des Wirtschaftsministeriums pensioniert. Er wohnt heute in Waremme und erinnert sich wie folgt an die damaligen tragischen Begebenheiten:

Bereits im November 1940 war ich dem Widerstand beigetreten. Damals nannte sich unsere Gruppe noch "La Legion Belge
", und erst gegen Ende 1941 wurde die Bezeichnung in "Armee Secrète" umgewandelt. In Waremme gab es lediglich eine Dienststelle der deutschen Feldgendarmerie, der ein Österreicher namens Unfried als Kommandant vorstand. Er gehörte keineswegs zu den verhaßten Feldgrauen. Man kannte ihn als großen Pferdeliebhaber, und er war der Bevölkerung sehr gefällig. Die Geheim-Armee wurde von England unterstützt, d.h. in der Nacht warf ein Flugzeug an einer vorher vereinbarten Stelle Waffen und Munition an einem Fallschirm ab. So wusste ich z. B., wenn die belanglose Meldung durchkam: "Le goût de la betterave n'ameliore pas la salade" (Der Geschmack der Rübe verfeinert nicht den Salat), dass in der folgenden Nacht wieder ein Fallschirmabwurf erfolgen werde.

Die Versorgung mit Waffen war gut organisiert
, und vor allen Dingen geschah der Fallschirmabwurf so pünktlich, dass man die Uhr danach hätte setzen können. Gewöhnlich um 0.45 Uhr kam das Flugzeug, das über Frankreich eingeflogen war und dem Maastal stromabwärts folgte, bei uns an. Auf unser Blinkzeichen hin klinkte das Kurierflugzeug den Behälter mit dem Fallschirm aus. Damit die Waffen schnell geborgen werden konnten, gab es bei der Armee Secrète im Räume Waremme zwei Gruppen. Ich gehörte der Gruppe "OTARIE" und Aramis der Gruppe "MARSOUIN" an. Hier lernten wir uns auch kennen. Als hier im Raume zwischen Venn und Schneifel die Ardennenoffensive tobte, wohnte Valère Stasse auf einem Bauernhof in Falais. Er berichtet weiter: Eines Tages wurde ich vom amerikanischen Nachrichtendienst für einen Sondereinsatz rekrutiert und sollte mich bei der 1. belgischen Brigade in Belfast/Irland stellen. Bevor ich fortging, nahm ich noch Abschied von meiner Frau, die ebenfalls dem Widerstand angehörte sowie von meinen Eltern. Als ich das Haus verließ, hielt auf der anderen Straßenseite bereits ein Auto, in dem Doktor Moreau, der Ortsleiter der Geheim-Armee, und Armand Gathy warteten. Aramis war damals etwa 25 Jahre alt und war vor dem Krieg Lehrer in Villers-le-Bouillet gewesen. Durch sein Draufgängertum hatte er es in der Gruppe "Marsouin" bis zum Kapitän gebracht und sich den Decknamen "Aramis" zugelegt. Man klärte mich kurz auf, um welchen Sondereinsatz es sich handelte, und so zog ich es vor, an diesem Unternehmen teilzunehmen, anstatt mich nach Belfast zu begeben.

An diesem Kommandounternehmen waren außer Gathy auch noch einige Fallschirmjäger beteiligt, doch was Stasse damals nicht wusste, dass acht Mann von diesem Himmelfahrtskommando nie mehr zurückkehren würden, sie kamen nicht durch die deutschen Linien. Unser Auftrag bestand darin, hinter den deutschen Linien zu operieren und die deutschen Artilleriestellungen auszukundschaften. Beim Passieren der amerikanischen Linien sollten wir uns mit der Parole "G2-Colonel-Jack" zurückmelden! Zuerst führte uns der Weg nach Comblain, wo ich mit der Bedienung eines Senders vertraut gemacht wurde. Hier wurden wir auch mit falschen Papieren versehen; alsdann begaben wir uns in Richtung Malmedy. Im Inneren der Stadt schwelten noch immer Brände. Ausgangspunkt unserer Mission war Montenau. Die Ortschaft war damals gerade wieder von den Amerikanern zurückerobert worden. Somit muss es sich um den 18. Januar 1945 gehandelt haben; denn, wie Stasse sich noch gut zu erinnern weiß, waren die Amerikaner noch in Kämpfe mit den Deutschen im nahen Wolfsbusch verwickelt. Stasse und Aramis kehrten in der Wirtschaft Johann Heindrichs gegenüber vom Bahnhof ein und sprachen mit dem Wirt und dessen Bruder Paul. Sie hielten sich nicht zu lange auf; denn ihre Mission musste zu nächtlicher Stunde ausgeführt werden, und bei den damaligen Schneeverhältnissen war dies kein leichtes Unterfangen. Hinter Meyerode war eine deutsche Artilleriestellung, die den Amerikanern zu schaffen machte. In der Dunkelheit brachen wir in Richtung Amel auf. Unsere Orientierung war das Ameltal.

Blick auf Meyerode
- Quelle: Google Maps Street View -

Die Deutschen hatten sich an jenem 18. Januar bis Amel zurückgezogen, um dort auf den Höhen eine neue Verteidigungsstellung aufzubauen. Wir kamen gut voran, doch die Brücke über die Amel, die wir, um nach Meyerode zu gelangen, überqueren mussten, war von den Deutschen gut bewacht. (Wahrscheinlich war es die Engelbrücke, die Stasse hier meint.) Zu unserem großen Pech konnten wir unseren Kontaktmann "Francis" nicht erreichen; denn er übersetzte unsere Mitteilungen ins Englische. Unverrichteter Dinge machten wir uns wieder auf in Richtung Montenau und meldeten uns bei der amerikanischen Vorhut mit der geheimen Parole. Von den amerikanischen Posten wurden wir jedoch regelrecht als Gefangene betrachtet, ja die Amerikaner vermuteten in uns sogar Spione der Deutschen. Stasse wurde in den Keller der Wirtschaft Heindrichs gesperrt und einem strengen Verhör unterzogen, anschließend wurde er zum Kloster St. Raphael gebracht, wo man Armand Gathy ebenfalls gefangen hielt. Am folgenden Tag waren die Amerikaner denn auch von ihrer Glaubwürdigkeit überzeugt, und am nächsten Tag brachen sie erneut zum Kommandounternehmen auf. In der Zwischenzeit hatte sich auch herausgestellt, dass ihr Verbindungsmann "Francis" verwundet worden war und sich somit nicht mehr um sie kümmern konnte.

Das Kloster St. Raphael in Montenau
- Quelle: Google Maps Street View -

Wie ich den Aussagen Stasses entnehmen konnte, schlugen sie diesmal einen anderen Weg ein. Mit größter Wahrscheinlichkeit zogen sie von Deidenberg aus über die Hardt in Richtung Meyerode und nützten hierbei den Schutz des Waldes aus, um dann die Staatsstraße zwischen Amel und St. Vith zu überqueren. So weiß sich Stasse noch gut zu erinnern, dass die Straße mit vielen Bäumen umsäumt war. Für dieses Unternehmen wurden sie von drei amerikanischen Fallschirmjägern begleitet, die ihnen vorausmarschierten. Zudem waren auch noch zwei belgische Paras ihrer Mannschaft zugeteilt worden. Welche Aufgabe die Fallschirmjäger zu erfüllen hatten, war ihnen unbekannt. Um jedoch nicht aufzufallen, marschierte die Gruppe weit auseinander gezogen. Sie kamen schlecht voran, denn der Schnee, den sie durchwaten mussten, reichte ihnen bis zu den Knien. Es war eine frostklirrende Nacht, und der Mond erhellte alles mit seinem gespenstischen Licht.

Stasse berichtet: Wir folgten den Fußspuren der uns vorausgeeilten Amerikaner. Am Waldesrand oberhalb der Staatsstraße (Wahrscheinlich handelt es sich hierum die Hardthöhe
) wartete die amerikanische Vorhut auf uns und versuchte, uns klarzumachen, dass es zu gefährlich sei, bei diesem hellen Mondenschein die Straße zu überqueren. Sie beschlossen nach einiger Überlegung, sich zurückzuziehen, wogegen wir weiter in Richtung Meyerode zogen. Ihr Auftrag stand unter einem schlechten Stern. Armand Gathy litt unter einer schweren Erkältung, die ihm sehr zu schaffen machte. Als wir ein wenig weiter marschiert waren, gerieten wir in das dichte Artilleriefeuer der Amerikaner. Ein Splitter schlug in die Batterie des Funkgerätes ein, das ich trug, und machte es unbrauchbar. Wenn der Splitter mich getroffen hätte, so wäre es um mich geschehen gewesen.

Blick auf die Hardthöhe bzw. das Waldstück "Auf der Hart"
- Quelle: Google Maps -

Dem Befehl gehorchend, zogen sie unbeirrt weiter in Richtung Meyerode. Nun waren wir bereits hinter den deutschen Linien, und da wir an dem Waldrand vor uns keine Spuren im Schnee entdeckten, nahmen wir an, dass die Waldung frei von Deutschen sei! Plötzlich ging die Hölle los! Da wir auf einer freien Anhöhe standen, waren wir gut sichtbar und boten eine gute Zielscheibe. Um den Rückzug einzuschlagen, entledigte ich mich meines beschädigten Funkgerätes, das mir nur hinderlich war. Endlich erreichten wir wieder die große Landstraße, doch hier gerieten wir in das Kreuzfeuer zweier deutscher Patrouillen. Ich sah noch, wie mein Begleiter Aramis in die linke Richtung lief. Er versuchte, den naheliegenden Wald zu erreichen, der ihm Schutz bot. Hier muss es sich um die inzwischen abgeholzte Waldung "Im Habeloch" gehandelt haben. Stasse kam sich vor wie ein gejagtes Kaninchen. Armand Gathy hatte wahrscheinlich versucht, die alte Spur im Schnee wiederzufinden, doch dies wurde ihm zum Verhängnis. Das waren die letzten Augenblicke, wo Stasse seinen treuen Kampfgefährten noch lebend gesehen hat.

Stasse erreichte den Wald
, der von den Amerikanern besetzt war, und schrie lauthals die Parole: "G2-Colonel Jack!!!", doch keine Menschenseele war zu sehen oder meldete sich. Etwas weiter entdeckte er in einem Einmannloch einen amerikanischen Soldaten, der sich mit einer Zeltplane zugedeckt hatte und eingenickt war. Der amerikanische Infanterist brachte ihn ins rückwärtige Frontgebiet, und dort berichtete Stasse denn in allen Einzelheiten über den missglückten Auftrag. Er wurde dann aber sofort nach Hause gebracht. Eine schwere Bronchitis fesselte ihn neun Tage lang aufs Krankenlager. Dann kam man ihn wieder holen, um nach Armand Gathy zu suchen. Tatsächlich fand ich die Stelle wieder, wo wir die Straße überauert hatten und dann sah ich auch im Schnee einen schwarzen Zipfel des Mantels, den Aramis getragen hatte. Eine Kugel hatte ihn ins Herz getroffen und dabei noch eine fromme Medaille durchschlagen, die er immer zum Schutz an einer Halskette trug. Aramis hatte keine Papiere mehr bei sich, auch seine Pistole deutschen Fabrikates, die er als einzige Waffe bei sich trug, hatte man ihm abgenommen. Man hatte ihm sogar die Schuhe ausgezogen. Aramis hatte sein Leben für sein Vaterland geopfert.

Das Grab von Armand GATHY
Blick auf Villers-le-Bouillet

Sein Leichnam wurde nach Villers-le-Bouillet überführt, wo er in allen Ehren auf dem Heimatfriedhof beigesetzt wurde. Mit ihm wurden aber auch all seine Hoffnungen begraben. Aramis war ein unerschrockener Kämpfer gewesen und war damals sogar von dem Gedanken beseelt, noch auf den amerikanischen Kriegsschauplätzen im Pazifik mitzukämpfen. Nach dem Krieg kaufte der Pastor von Berloz das Fleckchen Erde, wo Aramis den Tod gefunden hatte, und man errichtete dort ein steinernes Kreuz, das an seinen Heldentod erinnert. Valère Stasse wurde aber nicht mehr für weitere Kommandounternehmen beansprucht. Man setzte ihn als Direktor eines Heimkehrerlagers in Godinne s/ Meuse ein, und als der Krieg zu Ende ging, leitete er das Repatriierungslager in Jambes (Namur), das sich damals im Pensionat "Ste. Marie" befand. Alljährlich zieht es jedoch viele der alten Kriegsveteranen der Widerstandsgruppe Waremme hier zu dem Mahnmal. Außerdem wäre noch besonders hervorzuheben, dass die Anwohner aus der Nachbarschaft das Mahnmal das ganze Jahr hindurch mit frischen Blumen schmücken.

Textquellen:
Mündliche Mitteilungen von Valère Stasse, Waremme
Schriftliche Mitteilungen von R. und M.-P. d'Arnico, St. Nicolas
Mündliche Mitteilungen von Albert Küches, Deidenberg

Vielen Dank an dieser Stelle an den Geschichtsverein “Zwischen Venn und Schneifel” und vor allen Dingen an Herrn K. D. Klauser, über den ich die entsprechenden Textquellen erhalten habe ;-)

Standortermittlung über Google Earth: DOWNLOAD der kmz-Datei

- Quelle: Google Earth -
 
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